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Das Kyoto-Protokoll: Ziele und Wirklichkeit beim Klimaschutz
Im sogenannten Kyoto-Protokoll
aus dem Jahr 1998 wurden zum ersten Mal auf internationaler Ebene Reduktionen
von Treibhausgasemissionen vereinbart. Danach sollen die Industriestaaten die
Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase insgesamt um 5,2 % bis zum Zeitraum zwischen den
Jahren 2008 und 2012 gegenüber dem Referenzjahr 1990 reduzieren. Hierunter
fallen die Treibhausgase Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid, FKW, PFC und
Schwefelhexafluorid. Den Entwicklungsländern wird hingegen ein weiterer Anstieg
der Emissionen zugestanden. Doch selbst bei der Einhaltung der relativ geringen
vereinbarten Reduktionen haben viele Industrieländer Schwierigkeiten. So haben zum
Beispiel die USA, nach China der größte weltweite Klimasünder, das Protokoll bislang nicht
ratifiziert. Kanada hat das Protokoll inzwischen aufgekündigt. Durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise
sind die Werte von 2009 im Vergleich zu 2008 bei vielen Ländern gesunken. Inzwischen ist durchweg wieder eine
deutliche Zunahme der Emissionen zu beobachten.
Die folgende Tabelle zeigt die Reduktionsverpflichtungen einzelner Vertragsparteien
sowie Veränderungen der letzten Jahre. Während durch wirtschaftliche
Umbrüche in den osteuropäischen Ländern große Reduktionen erreicht
wurden, haben die westlichen Länder meist stark zugelegt. Die Kyoto-Ziele lassen sie sich
bei vielen westlichen Ländern in den kommenden Jahren bei fortgesetztem Trend nicht
einmal annähernd einhalten. Hinzu kommt die rasante Entwicklung in Ländern wie China und Indien.
Dadurch sind trotz der Rückgänge in den osteuropäischen Ländern die weltweiten Kohlendioxidemissionen
seit 1990 stark gestiegen.
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Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll und bisherige Entwicklung
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| Vertragsparteien |
Reduktions- verpflichtung |
Emissionen 1990 in Mt |
Emissionen 2000 in Mt |
Emissionen 2009 in Mt |
Veränderung 1990-2009 |
| EU-15 |
-8 % |
4 273 |
4 149 |
3 734 |
-12,6 % |
| Liechtenstein, Monaco, Schweiz |
-8 % |
53 |
52 |
52 |
+2,2 % |
| Bulgarien, Estland, Letttland, Litauen, Rumänien, Solwakien, Slowenien, Tschechien |
-8 % |
817 |
471 |
432 |
-47,1 % |
| USA |
-7 % |
6 167 |
7 076 |
6 608 |
+7,2 % |
| Japan |
-6 % |
1 267 |
1 342 |
1 209 |
-4,5 % |
| Kanada |
-6 % |
591 |
718 |
692 |
+17,0 % |
| Polen, Ungarn |
-6 % |
679 |
467 |
450 |
-33,7 % |
| Kroatien |
-5 % |
31 |
26 |
29 |
-8,2 % |
| Neuseeland |
0 % |
59 |
68 |
71 |
+19,4 % |
| Russland |
0 % |
3 369 |
2 055 |
2 127 |
-36,9 % |
| Ukraine |
0 % |
933 |
400 |
374 |
-59,9 % |
| Weißrussland |
0 % |
139 |
79 |
88 |
-36,9 % |
| Norwegen |
+1 % |
50 |
53 |
51 |
+3,1 % |
| Australien |
+8 % |
418 |
496 |
546 |
+30,4% |
| Island |
+10 % |
3 |
4 |
5 |
+35,1 % |
| Summe |
-5,2 % |
18 851 |
17 458 |
16 469 |
-12,6 % |
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Emissionen und Reduktionsverpflichtungen
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Emissionen und Reduktionsverpflichtungen in der EU-15
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