Wir Deutschen sind Weltmeister: Exportweltmeister, Umweltweltmeister und alle zwanzig bis dreißig oder vierzig Jahre auch mal
Fußballweltmeister. Doch Weltmeistertitel sind vergänglich. Die Chinesen haben und gerade vom Thron des Exportweltmeisters
gestoßen und das mit dem Fußballweltmeister ist stets auch eine schwierige Operation. Wo uns aber keiner etwas vormacht,
ist der Umweltschutz. Wir trennen den Müll, essen Bio - zumindest ab und zu, bauen Solaranlagen und schützen das Klima.
Wenn die Welt uns nicht hätte, wäre die globale Umwelt schon komplett ruiniert. Schließlich haben wir den Umweltminister
erfunden, zumindest den mit den Turnschuhen. Auch der grüne Punkt stammt von uns. Wir haben als erste konsequent Solar- und
Windkraftanlagen gefördert und haben in Westeuropa den höchsten Rückgang der Kohlendioxidemissionen vorzuweisen.
Immer sind wir aber nicht die Ersten beim Umweltschutz. Beim Thema Auto hört in Deutschland der Spaß auf. Freiwillig
Tempo hundert auf der Autobahn, nur um das Klima zu retten? Das Ozonloch haben die Briten entdeckt und den Treibhauseffekt
die Amerikaner oder Franzosen. Wir sind beim Umweltschutz also auch mal wieder nur der gefühlte Weltmeister, so wie beim
deutschen Fußballsommermärchen. Aber wenigstens hatten wir und die Deutschlandflaggenhersteller beim Sommermärchen viel Spaß.
Wenn wir uns aber irgendwie auch als Umweltweltmeister fühlen, haben wir ja möglicherweise auch ganz heimlich Freude an
der Umwelt gefunden. Ab und zu scheint uns aber der ganze Umweltschutz doch den Spaß zu verderben. Dabei hat jede und jeder
von uns so seine eigene Spaßschwelle. Ein Grund, einmal eine Bestandsaufnahme über uns Deutschen und den Umweltschutz zu machen.
Viel Spaß beim Lesen.