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Statistiken
Spezifische Kohlen­dioxid­emissionen verschiedener Brennstoffe

Brenn­stoff ist nicht gleich Brenn­stoff - zumindest, was die Kohlen­dioxid­emissionen angeht. So entsteht bei der Verbrennung von Braun­kohle rund doppelt so viel Kohlen­dioxid bezogen auf den Energiegehalt wie bei der Verbrennung von Naturgas. Auch Naturbrennstoffe wie Torf oder Holz haben sehr hohe spezifische Emissionen, wenn sie nicht nachhaltig genutzt werden. Die Abholzung von Wäldern wirkt sich somit doppelt negativ auf das Klima aus. Wird nur so viel Holz verbrannt, wie wieder nachwachsen kann, ist die Nutzung hingegen kohlendioxidneutral, da Holz beim Wachsen genau so viel Kohlendioxid aus der Atmosphäre bindet wie später bei der Verbrennung wieder frei wird.


Werden die Brennstoffe zur Stromerzeugung eingesetzt, steigen die Kohlendioxidemissionen entsprechend des Kraftwerkswirkungsgrades an. Je schlechter der Wirkungsgrad der Verstromung, desto größer die Strom-spezifischen Emissionen. Wird zum Beispiel Braunkohle aus der Lausitz in einem Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 35 % verfeuert, entstehen pro Kilowattstunde elektrischer Energie (kWhel) dann 1,17 kg Kohlendioxid. Bei einem Erdgas-GuD-Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 60 % sind es hingegen nur 0,33 kg Kohlendioxid pro kWhel.

Durch den Ersatz des Braunkohlestroms durch Strom aus Erdgas lassen sich also über 70 % der Kohlendioxidemissionen einsparen. Um diesen Vorteil richtig einschätzen zu können sind zusätzlich die Vorkettenemissionen und die daraus resultierende Treibhauswirkung zu berücksichtigen.
Methan, als Hauptbestandteil von Erdgas hat eine besonders hohe Treibhauswirkung.

Im Vergleich zu Kohlendioxid liegt der Effekt in der Betrachtung über 100 Jahre bei einem Faktor 28 bis 34 (GWP100= 28 bis 34; IPCC WG1AR5, s.714).
Für einen langfristigen Klimaschutz ist nur die emissionsfreie Energieversorgung auf Basis regenerativer Energien und nachhaltig genutzter Biomasse eine Alternative. Durch den Ausstieg aus der Erdgasverstromung kann zusätzlich die erwärmend wirkenden Methanemissionen (Transportleckagen) verhindert werden.

Direkte CO2-Emissionen verschiedener Brennstoffe
bezogen auf den Primärenergiegehalt
BrennstoffEmis­sionen in kgCO2 / GJ
Holz 1)0
Holz 2)109,6
Torf106,0
Braunkohle101,2
... Lausitz113,0
... Mittel­deutschland104,0
... Rheinland114,0
Steinkohle94,6
Heizöl77,4
Diesel74,1
Rohöl73,3
Kerosin71,5
Benzin69,3
Raffineriegas66,7
Flüssiggas63,1
Naturgas56,1
1) bei nachhaltiger Nutzung
2) bei nicht-nachhaltiger Nutzung ohne Wiederaufforstung
Quellen: Fachbuch Regenerative Energiesysteme und UBA


Spezifische CO2-Emissionen verschiedener Brennstoffe pro kWh-Strom
BrennstoffKraftwerkswirkungsgrad
in %
CO2-Emissionen 1)
in gCO2-Äq. / kWhel.
Braunkohle*38,41081
->(alt)
->(modern)
Steinkohle*44,7873
->(alt)
->(modern)
Erdgas*56,1433
->Turbinen-KW
->GuD-KW
Erdgas**(Rechnung)
-> 1 % Methanleckage368+103=471
-> 2 % Methanleckage368+206=574
-> 3 % Methanleckage368+310=678
1) Eigene Berechnung aus " CO2-Emissionsfaktor inclusive Vorkettenemissionen (UBA)" / "Kraftwerkswirkungsgrad"
* Durchschnitt
** Eigene Berechnung aus direktem Emissionsfaktor (ohne Berücksichtigung von Vorkettenemissionen) und GWP100=28 Quellen: Umweltbundesamt 2019 – Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger (Seite 42f.)

Spezifische Kohlendioxidemissionen verschiedener Brennstoffe
Spezifische Kohlendioxidemissionen verschiedener Brennstoffe

© 06/2015 by Volker Quaschning


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